Berufsverband Akademischer PsychotherapeutInnen e.V.

Argumente für den BAPt

1. Der BAPt ist ein Berufsverband für psychotherapeutisch tätige Akademiker_innen
Der BAPt ist ein Berufsverband (Einzelmitgliedschaften) für psychotherapeutisch tätige Akademiker_innen aus unterschiedlichen - vom PschyThG für Erwachsenenpsychotherapie nicht anerkannten – Grundberufen und Therapieverfahren. Unsere Mitglieder sind berechtigt psychotherapeutisch tätig zu sein, sofern sie die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllen (Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde nach § 1 HeilprG) .

2. Hohe Zulassungskriterien und berufsethische Grundsätze stellen ein Qualitätsmerkmal dar
Die Mitgliedschaft im BAPt stellt ein Gütesiegel dar! Unsere Mitglieder verfügen neben einem human- oder geisteswissenschaftlichen Studium über eine umfassende psychotherapeutische Ausbildung und über langjährige Berufserfahrung. Lebenslange Fortbildung und Supervision gehören zu unseren berufsethischen Grundsätzen. Vor dem Hintergrund hoher Eingangsvoraussetzungen und berufsethischer Grundsätze des Verbandes stellt die Mitgliedschaft im BAPt ein Qualitätsmerkmal im sog. "freien Markt" der psychotherapeutischen Angebote dar.

3. Der BAPt beherbergt psychotherapeutisch tätige Akademiker_innen mit unterschiedlichen Grundberufen und ist Schulen unabhängig
Der Verband bietet eine berufliche Heimat und trägt zur Identitätsbildung und -sicherung sowohl für approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut_innen als auch für nichtapprobierte psychotherapeutisch tätige Akademiker_innen bei. Unsere Mitglieder zeichnet aus,

a) dass sie in verschiedenen Therapieverfahren (z. B. Gesprächspsychotherapie, Gestaltpsychotherapie, Körperpsychotherapie oder Systemische Familientherapie) ausgebildet sind, und

b) dass sie in der Regel neben ihrer psychotherapeutischen Tätigkeit in anderen angrenzenden Tätigkeitsfeldern arbeiten, z.B. als Berater_innen, Supervisior_innen oder Coach.

4. Der BAPt vertritt eine zukunftsorientierte, interdisziplinäre Psychotherapie
Der BAPt vertritt eine zukunftsorientierte Psychotherapie, die sich nur in einer schulen- und professionsübergreifenden Fachkultur entwickeln kann. Sie bleibt nicht nur beim seelischen Geschehen stehen, sondern berücksichtigt Wechselwirkungen und Zusammenhänge sozialer, psychischer und physiologischer Prozesse. Eine schulen- und professionsübergreifende Psychotherapie garantiert die Einbeziehung von Wissen, Forschung und Erfahrung unterschiedlicher Fachgebiete (z.B. Pädagogik, Psychologie, Philosophie, Soziologie, Anthropologie oder Medizin) zur effektiven und effizienten psychotherapeutischen Versorgung. Die Erforschung und Beobachtung sozialer Lebenswelten weist einen großen Reichtum an menschlichen Verhaltensweisen aus, die in einer breiten Vielfältigkeit zum Ausdruck kommen. Diese Vielfalt zeigt sich auch in der Art und Weise, wie unterschiedliche Menschen ein- und dasselbe Problem lösen. Von dieser erforschten und zu erforschenden Vielfalt profitiert auch die Psychotherapie.

5. Der BAPt vertritt die berufspolitischen Interessen der Berufsgruppe der Akademischen Psychotherapeuten und ist präventiv tätig
Der BAPt ist der einzige Berufsverband in der BRD, der eine gezielte Berufspolitik für psychotherapeutisch tätige Akademiker_innen macht, die in der Regel vom PschyThG für Erwachsenenpsychotherapie nicht anerkannt sind. Er vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Ämtern, Behörden, Gremien, dem Gesundheitsministerium, im Rahmen von Psychotherapeutenkammern etc.. Er informiert über berufspolitische Entwicklungen. Weiterhin ist er präventiv tätig, wenn es z.B. um ein zukünftiges Lebenshilfebewältigungsgesetz oder um Regelungen und Qualitätssicherung im Bereich "Beratung" geht. Ziel ist es, seinen Mitgliedern langfristig einen respektablen Platz in der Psychotherapielandschaft zu sichern.

6. Der BAPt vernetzt juristische Kompetenz und unterstützt ideell wie materiell ausgewählte juristische Verfahren
Der BAPt hat mit der Gründung der IG Klagen eine Aktion der Solidarität für viele Kolleg_innen geschaffen, die durch das PsychThG in ihrer beruflichen Identität und Existenz bedroht waren oder noch sind. Es wurde ein Musterprozess geführt, der bis zur Schwelle des Bundesverfassungsgerichtes führte. Für die Betroffenen und ihre juristischen Vertreter wurde ein Netzwerk eines schnellen und qualifizierten Informationsaustausches eingerichtet und auf diese Weise Klarheit, Orientierungs- und Entscheidungsmöglichkeiten geschaffen. Auch zukünftig wird für die zahlreichen noch ausstehenden Verfahren die Vernetzung durch den "Juristenpool" angeboten. Die Verteilung von juristischem Informationsmaterial über neue Gerichtsentscheidungen und "Zeitströmungen" bei den Gerichten der einzelnen Bundesländer führt dazu, dass Juristen des Juristenpools (die unsere Mitglieder vertreten) wesentlich besser informiert in Prozesse gehen. Soweit es in seinen materiellen Möglichkeiten liegt, wird der BAPt die gerichtliche Klärung noch ausstehender juristischer Fragestellungen vorantreiben und auch weiterhin ausgewählte Musterprozesse mitfinanzieren.

7. Der BAPt ist mit anderen Fach- und Berufsverbänden vernetzt und gut informiert
Der BAPt ist u.a. Mitglied im DVP (Schulen- und Berufsübergreifender Deutscher Dachverband für Psychotherapie) über den unsere Mitglieder das ECP (Europäisches Zertifkat für Psychotherapie) erlangen können, dass durch den EAP (European Association for Psychotherapie) vergeben wird. Vorstandsmitglieder des BAPt sind im erweiterten Vorstand des DVP persönlich vertreten, ebenso im Verbändetreffen gegen sexuellen Missbrauch in der Therapie.

Der BAPt-Vorstand versorgt seine Mitglieder mit wichtigen und notwendigen Informationen zur Ausübung der psychotherapeutischen Tätigkeit, z.B. über die Möglichkeiten im Rahmen der Kostenerstattungsregelung vereinzelt mit Krankenkassen abrechnen zu können. Eine gut ausgestattete Geschäftsstelle unterstützt ihn darin. Auf einer anschaulichen Homepage sind alle aktuellen und wesentlichen Informationen leicht zugänglich.

8. Der BAPT betreibt aktiv Öffentlichkeitsarbeit
Der BAPT korrigiert - soweit dies im Rahmen seiner finanziellen und personellen Ressourcen möglich ist - durch aktive Öffentlichkeitsarbeit das irreführende Bild über den Beruf des Psychotherapeuten (vgl. hierzu "Test" Ausgabe 2/2002). Der BAPt zeichnet ein seriöses Bild der psychotherapeutisch tätigen AkademikerInnen, setzt auf kontinuierliche Information der Öffentlichkeit und selbstbewusstes Präsentieren und verzichtet auf die Entwertung der etablierten Berufsgruppen.

9. Der BAPt kämpft für den Erhalt der Tätigkeitsbezeichnung: "Psychotherapie"
Die durch das PsychThG anerkannten Fach- und Berufsverbände setzen viel daran, auch die Tätigkeitsbezeichnung "Psychotherapie" gesetzlich schützen zu lassen. Dies würde das endgültige Berufsverbot für unsere Berufsgruppe bedeuten. Nur durch einen starken Verband, aktive Mitglieder, eine gute Vernetzung und eine starke Präsenz in der Öffentlichkeit werden wir diesem Ansinnen entgegentreten können.

10. Der BAPt wirkt dem Ausschluss seiner Mitglieder an psychotherapeutischen Fortbildungsangeboten entgegen
Zunehmend mehr Fachverbände bieten psychotherapeutische Fortbildungen nur noch für ärztliche und psychologische PsychotherapeutInnen an. Dies ist eine Diskriminierung nichtapprobierter psychotherapeutisch tätiger Personen und trägt in keiner Weise zur Qualitätssicherung in der Psychotherapie bei. Der BAPt wirkt dem Ausschluss seiner Mitglieder an psychotherapeutischen Fortbildungsangeboten sowohl durch direkte Kontaktaufnahme mit den Veranstaltern als auch durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit entgegen.

Außerdem bietet der BAPt - soweit es seine Möglichkeiten zulassen - eigene Fortbildungen für seine Mitglieder an.

11. Eine starke Lobby braucht einen starken Mitgliedsverband
Um einer Marginalisierung von PsychotherapeutInnen, die durch das PsychThG keine Anerkennung bekommen haben, entgegenzuwirken, ist eine starke Lobby erforderlich. Je mehr Mitglieder der BAPt hat, desto mehr Gewicht wird seine berufspolitische Arbeit in der Öffentlichkeit haben.