Berufsverband Akademischer PsychotherapeutInnen e.V.

Rezension und Buchempfehlung

Buch: Bentzen/MeditationMarianne Bentzen, Hrg. Dorothea Rahm

Neuroaffektive Meditation Grundlagen und praktische Anleitungen für Psychotherapie, Alltagsleben und spirituelle Praxis


Meditation im Dialog mit Neurobiologie und Entwicklungspsychologie.

Probst Verlag 2020
Mit einem Vorwort von Peter A. Levine

Unser Mitglied Dorothea Rahm hat dieses Buch herausgegeben und durch ein Fallbeispiel bereichert.

Ein umfangreicher Titel, der benennt und erzählt, was den Leser erwartet:
Zum einen wie sich Entwicklungspsychologie auf dem Hintergrund der Neurobiologie anders lesen lässt. Das ist eine Ebene des Buches. Hier greift die Autorin das Triune-Brain-Modell von Paul Maclean auf, das zur Grundlage jener neuroaffektiven Theorie wurde, die sie mit ihrer Freundin, der Psychologin Susan Hart, (Bentzen, Hart: Neuroaffektive Therapie mit Kindern und Jugendlichen...2016) über Jahrzehnte entwickelt hat. Zum anderen bilden Theorie und Marianne Bentzens Meditationspraxis einen Resonanzraum, in dem beide, Theorie und Meditation, sich in einem fließenden Prozess gegenseitig befruchten und entwickeln.
Das Buch bietet in dieser so noch nicht dargestellten Verbindung, in dem Dialog der Ebenen, Orientierung und neue Perspektiven sowohl für die Meditationspraxis, als auch für den Alltag und für therapeutische Prozesse.
Es zeigt den Lesern und Hörern ( integraler Bestandteil des Buches sind Audioaufnahmen von Meditationen, die man sich auf der Verlags-Webseite herunterladen kann), wie Entwicklungs-Hemmnisse, u.a. auch traumatische Erfahrungen, sich besser lösen lassen mit dem neurobiologischen Wissen, wo sie zeitlich und strukturell zu verorten sind und mit welcher An-Sprache wir den Menschen erreichen entsprechend seiner emotionalen und geistigen Entwicklung.
Marianne Bentzen schreibt:„ Bei der neuroaffektiven Hirnentwicklung geht es darum, wie Sie Ihren Körper wahrnehmen und in ihm leben, wie Sie in und mit Ihren Emotionen und Beziehungen leben und wie Sie über sich selbst und andere Menschen denken.“ Sie erforscht seit vielen Jahren, die grundsätzliche Frage, wie ereignet sich der Prozess des Erwachsenwerdens und wie wird er gestört. Was heißt überhaupt Erwachsenwerden und welche Bedingungen braucht dieser Prozess zu sich selbst, zur Welt und zu anderen Menschen zu kommen. Dieser Prozess weist über uns hinaus und gleichzeitig in uns hinein. Das bedeutet mit der Erde unter unseren Füssen in der Meditation die Welthaltigkeit nicht zu fliehen, sie ist die Rückbindung, die Wachstum auch als Wachstum der Sinne, des Herzens und des Verstandes, erst ermöglicht.
Sich diesem Dialograum zu öffnen und ihn auch in sich zu erforschen, bereichert und gibt wertvolle unmittelbare Anregungen für die Praxis.

 

Berlin im September 2020

Renate Wolf

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